DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

Shepherd’s Pie oder Cottage Pie ist meiner Meinung nach eines der weltbesten comfort foods. Es besteht aus zwei Schichten: Hackfleisch mit Gemüse und darauf eine Schicht Kartoffelbrei. Mal ehrlich, was gibt es Besseres?

Das Rezept hat keine zwei Namen, streng genommen handelt es sich bei Cottage Pie und Shepherd’s Pie um zwei verschiedene Gerichte. Shepherd’s Pie wird traditionell mit Lammhackfleisch gemacht, Cottage Pie mit allem anderen – wie Rind, Schwein oder gemischtem Hackfleisch. Wer einen richtig miesen Tag hatte, überbackt das Gericht seiner Wahl noch mit Käse.

shepherds pie, cottage pie

Am Wochenende machte ich eine riesige Portion Cottage Pie (weil Lammhackfleisch hierzulande dann doch nicht alltäglich ist) und brachte sie als Mittagessen für alle ins Büro mit. Nachdem alle gegessen hatten, warf ich die Frage in den Raum, ob die Kollegen immer noch die Auffassung vertraten, dass Briten nicht kochen können. Shepherd’s Pie ist ein traditionell britisches Gericht, man findet es auch in jedem guten Irish Pub. Erwischt!

Es gibt zwar etliche Rezepte, die mit Worcestersoße / Worcestershiresoße arbeiten (ja, auch da gibt’s einen Unterschied), mit der ich mich aber nie richtig anfreunden konnte. Deswegen bevorzuge ich die Variante mit Rinderfond und Tomatenmark oder seltener mit einfacher Bratensoße, wenn es mal schneller gehen muss.

Jetzt aber erst mal das Rezept für Shepherd’s Pie oder Cottage Pie:

Shepherd’s Pie gibt es in mehreren Variationen. Der Cheddar beispielsweise gehört nicht zwangsläufig zum Rezept, aber er passt! Wenn kein Cheddar zu finden ist, tun es auch Gouda oder Emmentaler. Es sollte grundsätzlich aber ein würziger, intensiver Käse sein, der eine schöne Kruste bildet… Mozzarella passt daher nicht unbedingt. Shepherd’s Pie ohne Käse gibt eine wunderbar knusprige, goldbraune Kartoffelkruste, die auch ganz nett ist.

Shepherd's Pie ohne Käse: kann man machen, muss man aber nicht.

Genauso gibt es einige No-Gos, die in Shepherd’s Pie nichts zu suchen haben. Trotzdem habe ich auf Pinterest und Co. Rezepte entdeckt, denen das herzlich egal ist. Es ist nun mal ein Rezept, das leicht in alle Richtungen abgewandelt werden kann. Weil’s schneller geht, weil’s einfacher ist. Deswegen habe ich für euch noch einige Do’s and Dont’s für Shepherd’s Pie vorbereitet, die ihn viiiiiiiiiiiiel leckerer machen, wenn man sie befolgt!

 

 

Glas-Gemüse vs. TK-Gemüse vs. frisches Gemüse

Die meisten Rezepte belassen es bei den traditionellen Karotten und Erbsen. Beides kann bekannterweise in Dosen-, TK- oder frischer Form gekauft werden. Bei Karotten verwende ich nur die frische Variante und schäle sie nicht einmal. Alles andere wird furchtbar latschig. Erbsen können noch aus der Dose kommen, aber je frischer, desto intensiver schmecken sie. Wer weiches Gemüse mag, kann die Karotten etwas länger vorkochen. Bissfest werden sie, wenn sie gar nicht vorgekocht werden. Da Cottage Pie gut zum Wieder-Aufwärmen ist, sollte alles Gemüse so frisch wie möglich sein… sonst schmeckt es nach dem Aufwärmen nur noch nach weichem Nichts.

Ketchup vs. Tomatenmark

Cottage Pie mit Cheddar - und ab in den Ofen!

In gutem Shepherd’s Pie hat Ketchup nichts zu suchen. Grundsätzlich hat Ketchup eigentlich wenig in der Küche zu suchen. Tomaten mit Zucker und Wasser können nie so gut sein wie echte(s) Tomaten(mark). Alternativ könnten noch passierte Tomaten oder stückige Tomaten verwendet werden. Frische Tomaten wären auch eine Option. Aber keine rote Zuckerpampe. Mit echten Tomaten schmecken alle erdenklichen Rezept-Variationen für Shepherd’s Pie einfach besser!

 

Worcestersoße

Manche Rezepte für Cottage Pie schlagen statt Bratensoße oder Rinderfond Worcestersoße vor. Ich persönlich bin kein großer Fan von ihr, aber man kann sie problemlos verwenden. In meinem Rezept müssen dafür nur die Bratensoße und das Tomatenmark gestrichen werden.

Bratensoße, Rinderfond, …?

Wenn es die Zeit erlaubt, nehme ich gerne Rinderfond für die Hackfleisch-Schicht. Die Tomaten sind optional. Da ich sowieso viel mit Tomaten koche, lasse ich sie in Shepherd’s Pie gerne mal weg. Wenn es schnell gehen soll, nehme ich auch einmal fertige Bratensoße, die Pulverform zum Anrühren. Das schmeckt auch ziemlich in Ordnung. Rinderfond sollte ein Weilchen einkochen dürfen, Bratensoße braucht nicht einmal eine Minute.

Andere / weitere Gemüsesorten

Die Hackfleisch-Schicht mit Karotten, Erbsen und Rinderfond.

Cottage Pie kann natürlich mit anderen oder mehr Gemüsesorten als Karotten und Erbsen gemacht werden. Auf Pinterest sehe ich häufig Mais, das ist in den USA sehr beliebt. Anstelle der klassischen Karotten und Erbsen geht alles, was grün ist oder Biss hat. Brokkoli, Blumenkohl, Mangold, Kohlrabi… alles schon gesehen. Das traditionelle Shepherd’s Pie ist es dann zwar längst nicht mehr – aber Hauptsache, es schmeckt, oder? 😉

Die Kartoffeln vorkochen und mit Butter, Milch, Muskat und Rosmarin zu Kartoffelpüree verarbeiten.

Die Karotten maximal 20 Minuten in heißem Wasser vorkochen und in Scheiben schneiden.

Das Hackfleisch braten. Mit Karottenscheiben und Erbsen vermischen. Dann Rinderfond/Bratensaft und wahlweise Tomatenmark dazugeben. Salzen und pfeffern. {Die Mischung in eine große Auflaufform füllen und das Fleisch gleichmäßig verteilen. Darauf gleichmäßig den Kartoffelbrei verteilen: Tipp: an den Rändern beginnen und dort etwas mehr auftragen. Den geriebenen Cheddar gleichmäßig auf dem Kartoffelpüree verstreuen.

Den Auflauf bei 200°C 30 Minuten in den Ofen stellen, bis der Cheddar goldbraun wird.

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