DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

Ich habe keine Neujahrsvorsätze. „Mehr Salat essen“ konnte deswegen schon gar kein Punkt auf einer solchen Liste werden, der wochenweise befolgt und anschließend missachtet wird. „Mehr Obst essen“ genauso wenig. Und „mehr Gemüse essen“ ja schon mal gleich gar nicht. Das gibt’s bereits täglich. Bitte steinigt mich jetzt nicht für diesen Angeber-Satz!

mandarinen-grünkohl-salatFalls diese Vorsätze auf deiner Liste stehen, solltest du dem Grünkohl eine Freundschaftsanfrage schicken. Es ist eigentlich nicht ganz fair, Couscous als erste Zutat dieses Salats anzuführen, da eher der Grünkohl-Heißhunger mich zu diesem Salat inspirierte.

Mich würde wirklich mal interessieren, wie viele Leute außer mir gelegentlich Heißhunger auf grüne, gesunde Dinge verspüren…

Grünkohl überschwemmt nicht erst seit gestern unsere Instagram-Feeds. Als ich das Bild des fertigen Grünkohlsalats auf Instagram mit #kale ver-hasttaggte, bekam ich wohl allein deswegen größere Resonanz als auf jedes andere meiner Food-Fotos. Ich liebe Grünkohl einmal ganz abgesehen davon, dass er Aufmerksamkeit bringt. Nur nicht so, wie er traditionell gegessen wird, etwa in Grünkohl mit Kasseler. Dasselbe mit Salat. Kartoffel-, Nudel- und sonstige Salate, deren Name ausgesprochen wird und man hat zu wissen, was das sein soll, hauen mich überhaupt nicht um. Salat hat Gemüse zu beinhalten. Frisches Gemüse. Und für meinen Geschmack so wenig anderen Kram, dass man das Gemüse tatsächlich schmeckt.

couscous-salat-grünkohl-rinderfiletstreifen-mandarinenBei unseren heimischen Superfoods ist das so: sie werden „wiederentdeckt“ und das ist toll. Sie enthalten Gutes und müssen nicht erst aus Südamerika oder sonst woher eingeflogen werden. Cool… und was macht man jetzt genau damit, sodass es auch ein Superfood bleibt? Gerade gesund sind traditionelle Rezepte ja häufig nicht. Also heißt’s kreativ werden. Das ist der zweite Grund, warum ich empfehlenswerte Lebensmittel aus unseren Breiten so gern habe. Eines Grünkohlhungertages kam dadurch der Couscous-Grünkohl-Salat mit Rinderfilet und Mandarinen heraus.

Couscous kann auf zweierlei Weise gewürzt werden. Der erste Kandidat heißt Harissa und ist eine scharfe, rote Gewürzpaste, die du bestimmt nicht nur für Couscous kaufst. Ich habe sie – außer für so ziemlich jedes Couscous-Gericht – bereits für Suppen, scharfe Saucen, Reis, Gemüse und so viel anderes verwendet. Harissa ist scharf. Doch die Menge macht’s. Außerdem ist es eine angenehme Schärfe, die auch nach etwas schmeckt und dir nicht nur geschmacklos auf der Zunge wehtut. Mit sehr wenig Harissa wird Couscous einfach nur würzig. Der andere Kandidat ist überhaupt nicht scharf, sondern sehr geschmackvoll: Ras el-Hanout. Das ist eine zimtfarbene Mischung aus über 20 einzelnen Gewürzen, von denen eines tatsächlich Zimt ist. Es macht Couscous zu einer sehr genießbaren Angelegenheit und passt zu allem. Als grünkohlverträglich stellte es sich auch im Couscous-Grünkohl-Salat heraus.

couscous-raselhanout-grünkohl-mandarine-rinderfiletstreifen-salatDas Besondere an diesem Rezept sind gar nicht einmal die Rinderfiletstreifen. Der Fleischfetischist, den ich bekoche, lässt sich selten ein vegetarisches Gericht unterjubeln.

Auch nicht die Mandelblättchen, die diesen Couscous-Grünkohl-Salat zur perfekten nachweihnachtlichen Resteverwertung machen. Er schmeckt gerade noch etwas zimtig, um winterlich zu sein – und die übrigen Mandelblättchen vom Weihnachtsplätzchen-Marathon wirst du auch los.

Es sind die Mandarinen.

Grünkohl passt nämlich nicht nur zu Schmalz und derartigen Scheußlichkeiten, sondern auch zu fruchtigen Aromen. Wenn du keine Mandarinen magst, nimm Orangen. Wenn du die auch nicht magst, probiere es mit Granatapfel.

Der Couscous-Grünkohl-Salat hält sich gut bis zum nächsten Mittagessen. Wegen der Rinderfiletstreifen solltest du ihn bis dahin kühlen. Danach kannst du ihn kalt oder bei Zimmertemperatur essen, aber auch noch einmal aufwärmen. Am Folgetag ist das Ras el-Hanout noch etwas mehr durchgezogen und der Couscous-Grünkohl-Salat schmeckt noch deutlicher danach.

grünkohl-salat-mandarinen-couscousWillst du die grüne Angelegenheit vegetarisch halten, lass die Rinderfiletstreifen weg. Streng genommen wäre es dann sogar ein veganer Grünkohl-Salat, denn die Butter brauchst du auch nur fürs Anbraten des Rinderfilets. Die Mandelblättchen brauchen die Röstung nicht zwingend, doch wenn sie dir etwas gebräunt eher zusagen, geht das ohne tierisches Fett.

Jetzt aber ran ans Mandarinen-Schälen und Grünkohl-Hacken – Grünkohl muss man schließlich nicht immer durch den Smoothie-Maker jagen, um ihn genießbar zu bekommen.

Viel Spaß beim Nachkochen und erzählt mir unbedingt, wie euch der Salat geschmeckt hat!

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Couscous-Grünkohl-Salat mit Rinderfiletstreifen, Mandarinen und Ras el-Hanout
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Das Rinderfilet in Streifen schneiden und in etwas Butter anbraten. Zum Schluss die Mandelblätter hinzugeben und auf schwacher Hitze 1-2 Minuten goldbraun braten. Die Streifen und Mandelblätter zur Seite legen.

Couscous in 250 ml kochendem Salzwasser wenige Minuten quellen lassen. Dabei 1 TL Butter und Ras el-Hanout unterrühren.

Grünkohl in große Blätter reißen oder grob hacken und 10 Minuten dämpfen oder 7 Minuten in heißem Salzwasser kochen.

Alle Zutaten miteinander verrühren und die Rinderfiletstreifen und Mandarinenstücke zum Garnieren verwenden. Den Ingwer in dünnen Scheiben in einem Schälchen getrennt servieren.

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