DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

„Oh du schöne Spargelzeit“… na, wer erinnert sich noch an das Begleit-Geträller der Hollandaise-Werbung im Fernseher und outet sich jetzt als alt? Wenn du wie ich in einer Spargel-Hochburg wohnst, kannst du dich dem alljährlichen Gespargel genauso wenig wie ich entziehen. Fast ein bisschen schade, dass ich das Zeug nur so mittelmäßig gut finde und es für mich eher ein Zahlungsmittel darstellt, um an begehrenswertere Dinge auf dem Nachbarsteller heranzukommen.

Warum?

Am Spargel selbst liegt es nicht. Spargelspitzen sind auf einmal jährlicher Basis was Feines und die Stange selber… mein Lieblingsgemüse wird sie nicht, aber wenn kein anderer sie will, esse ich sie eben. Wenn Spargel Saison hat. Das eigentliche Problem ist die Hollandaise.

Hollandaise ist eines dieser sündigen Sößchen, die zwar superschnell selbst zubereitet wären, nur macht sich keiner die „Mühe“. Gibt’s ja auch im „praktischen“ Fertigpäckchen. Meine Stammleser kennen die Predigt, die jetzt folgt. Packungs-Hollandaise ist vom echten Rezept so weit entfernt, dass die gelbe Pampe den Namen nicht mehr verdient, und das Original-Rezept hättest du mit einem guten YouTube-Video in der gleichen Zeit selber zubereitet, die du investierst, um die fiese Mischung aus Sägespänen, Säure, toten Einhörnern, Lebensmittelfarbe und Geschmacksverstärkern aus der Verpackung zu pressen.

Wenn du jetzt aber wie ich in einer Zeit groß geworden bist, in der es traurigerweise state of the art war, Päckchen aufzuschneiden und das als Kochen zu bezeichnen, dann wächst du in der Annahme heran, dass dir ziemlich viele Küchenklassiker nicht schmecken. Okay, manches mag ich tatsächlich nicht. Bei allem anderen reagiert das Unterbewusstsein heute noch mit dem unreflektierten: „Bah!“, bis ich mir denke: „Nee, halt. Warte. Könnte ja sein, dass das einer echt gekocht hat. Solltest du probieren.“

Und da man seinen Geschmackshorizont ja regelmäßig erweitern will, dachte ich mir im gleichen Satz, dass jetzt Spargel in den Blog… ähm, auf den Teller kommt. Nicht nur die Spargelspitzen, die ich sogar wirklich mag, sondern das ganze spargelige Ding mit Spitze und Stange. Nur nicht mit Hollandaise – obwohl der Spritzer Zitronensaft ja durchaus nicht verkehrt wäre.

Eine zwar nicht ganz sündenfreie, aber wenigstens aus echten Zutaten bestehende Zitronensauce musste also her. Pass mit dem Zitronensaft auf, wenn du sie nach meinem Rezept verbrichst. Sie wird sauer (und deine Esser auch), wenn sie mehr als einen großzügigen Spritzer Saft abbekommt.

Den Spargel mit Pancetta zu umwickeln, verlangt nicht viel Kreativität. Ich persönlich kann aber kein weiteres Fleisch auf dem Teller vertragen, wenn da schon welches liegt. Das Beilagenschnitzel war also raus. Aber ein paar Carbs in Form von Pasta geht immer. Da ich keine Nudeln wollte, die Unmengen Sauce aufnehmen, habe ich Spaghetti gewählt. Dadurch kommt der Geschmack der Zitronensauce deutlich zur Geltung, aber eben auch nicht überdeutlich.

Fazit?

Spargel ist für mich persönlich kein großes Highlight und wird es wohl auch nicht. Aber das hier lässt sich mit wenig Aufwand stylen und sieht auf dem Teller gut aus, wenn deine Gäste auf Spargel bestehen oder du die Stangen selber magst. Selbst als Mensch, der nicht gleich in Freudenschreie ausbricht, wenn die schöne Spargelzeit anbricht, fand ich diese Variante sehr genießbar.

Könnte aber auch daran liegen, dass ich beinahe alles mag, in dem eine Zitrone steckt.

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Pasta mit grünem Spargel, Schinken & Zitronensauce
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Den Spargel schälen und in kochendem Salzwasser 5-8 Minuten kochen.

Den Spargel aus dem Topf nehmen, mit je einer Scheibe Schinken umwickeln und bei 150°C (kurz) im Ofen warm halten.

Die Nudeln währenddessen nach Packungsanweisung zubereiten.

In einem kleinen Topf Butter schmelzen. Mehl nach und nach unterrühren, bis eine hellgelbe Roux entstanden ist. Mit Weißwein und Sahne ablöschen. Salzen, pfeffern und Zitronensaft nach Geschmack zufügen.

Den Spargel aus dem Ofen nehmen und servieren.

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