DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

Riecht es hier komisch?

Das liegt nicht am Rosenkohl in meiner Pastaschüssel, das ist das Eigenlob. Als ich dieses Rezept das erste Mal auftischte, führte der Mann eines dieser Sinnlos-Telefonate, die umso wütender enden. Er nahm einen Bissen, hielt das motzende Telefon dabei von sich weg, ließ den Gesprächspartner ungehört weiterstänkern und stieß ein: „Alter, ist das gut!“, aus.

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Ja. Gut war’s wirklich, da hatte der Mann meiner Meinung nach Recht. Eine schnelle Pasta mit Rosenkohl und einer cremigen Sauce aus Parmesan und frischer Zitrone, dazu Hähnchenbrust… das hat schon was. Und passt wunderbar zum Frühling. Zitronen-Pastasauce flutet die Foodblogs der Nation sonst erst im Sommer, dann aber eher mit Zucchini. Nur ist der blöde Winter jetzt endlich vorbei – und ich hatte so selten für meinen Geschmack Rosenkohl. Ich liebe Rosenkohl!

rosenkohl-zitronen-cremesauce-nudelnDie meisten Rezepte für Zitronensauce, die ich für mein Rezept heranzog, hantierten mit Mascarpone, Creme fraîche oder – noch schlimmer – Creme double. Naja… schlimmer. Kalorienreicher eben. Dem Geschmack tut das gut, keine Frage. Die nahe liegende schlankere Alternative wäre Ricotta gewesen. Mit diesem mache ich aber maximal Pesto, deswegen war ich mir unsicher, wie er sich als Saucenbasis macht. Die gute, alte saure Sahne und ich sind dagegen langjährige Freunde für Nudelsaucen. Disclaimer: deine Zitronensauce wird mit fettreicher Substanz wesentlich cremiger. Andererseits hat die saure Sahne durchaus einen geschmacklichen Reiz. Und der Parmesan kommt ja auch noch ins Spiel.

zitronen-creme-fraiche-pastasauceEine echte, ganze Zitrone muss sein für diese Nudeln. Schneide dir, bevor du etwas anderes aus ihr machst, ein oder zwei Scheiben aus der Mitte heraus. Sie machen sich nachher gut als Deko. Den Zitronensaft könntest du natürlich einer Flasche entnehmen. Doch die steht danach ungenutzt bei dir herum. Außerdem wäre mir eine richtig gute, unbehandelte und möglichst zuckerfreie Zitronenzeste bisher noch nicht untergekommen, und die wirst du für die Zitronensauce ebenfalls brauchen.

Das Auspressen kostet dich kaum mehr Zeit als das Öffnen einer Flasche, du machst dabei ein kleines bisschen Armmuskeltraining, und danach kannst du die Schale mit dem Sparschäler deines Vertrauens in so feinen Streifen wie möglich ablösen. Als Deko machen sich die größeren Zestenstücke übrigens auch gut. Wenn du keinen Bock mehr auf Auspressen und Schälen hast, hast du wahrscheinlich sowieso mehr als genug Saft und Zeste zusammen. Achte darauf, nichts Weißes von der Zitrone mitzukochen, sonst wird’s bitter.

Der Vorteil: du hast keine Flasche unbenötigten Zitronensaft herumstehen und das Ganze kommt günstiger, als wenn du erst Zitronensaft und dann noch Zitronenzeste gekauft hättest. Falls dich das juckt. Der nächste Vorteil: deine Küche wird wie der südländische Sommerhimmel duften. Und falls du auf selbst gemachte Smoothies, Säfte oder Haarkuren stehst, hast du auch schon deinen Anwendungsfall für eventuelle Überschüsse. Zitronen sind cool.

rosenkohl-zitronen-pastaRosenkohl war schon immer eine meiner liebsten Gemüsesorten. Als Trend ist er zwischenzeitlich ein wenig dem Grünkohl, Kurkuma und Chia gewichen… böse Zungen behaupten auch, wir Blogger hätten uns mit Rosenkohl ausgetobt und so viel könne man aus ihm ja auch nicht machen. Mag ja sein, dass er weder für Kale-Chips noch für Chiapudding zu gebrauchen ist, aber so unkreativ ist Rosenkohl auch wieder nicht und nein, man kann ihn nicht nur rösten! Ich hatte kurz darüber nachgedacht, ihn zu rösten, wo wir davon sprechen. Andererseits setzt dieses Pasta-Rezept auf milde Geschmäcker (von der Zitrone abgesehen). Also belassen wir ihn so, wie er sowieso am besten für uns ist.

zitronencreme-pastasauce-rosenkohl-hähnchenDie Nudeln entscheiden mit über den Geschmack eines Pasta-Rezepts. Basta. Weil sie je nach Form mehr oder weniger Sauce aufnehmen. Spirelli – das sind diese tollen Ringeldinger in meiner Rosenkohl-Zitronen-Pasta – fangen mit ihren Rillen die cremige Sauce wunderbar auf und jeder einzelne Bissen wird herrlich nach Zitrus und dem Frühling schmecken, den du hoffentlich draußen genießt, während du das hier auf einem internetfähigen Mobilgerät liest. Alles, was Sauce auffängt und sie erst wieder hergibt, wenn deine Geschmacksknospen das verlangen, ist für dieses Nudelrezept richtig.

zitronen-pasta-rosenkohlDie Zitronensauce kannst du getrost als das Grundrezept betrachten und mit dem Gemüse variieren. Im Sommer passt Zucchini wahrscheinlich besser als Rosenkohl. Genauso könnte ich mir das hier mit Blattspinat oder Mangold vorstellen. Dem Ergebnis tut es keinen Abbruch, wenn du das Hähnchen weglässt – das war eher für den Mann. 😉

Noch ein Vorteil: die Zitronensauce geht schnell, den Rosenkohl solltest du sowieso nicht totkochen und Nudeln brauchen auch nicht lang. Du stehst maximal zehn Minuten, vielleicht fünfzehn in der Küche. Danach sitzt du draußen auf dem Balkon/Terrasse/Garten mit deinen Gästen und das große Spachteln kann beginnen.

Bon appétit!

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Rosenkohl-Pasta mit Parmesan-Zitronensauce
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Den Saft der Zitrone pressen und die Schale aufbewahren. Fein schälen und beiseite stellen.

Den Rosenkohl waschen und 7 Minuten in Salzwasser kochen. Beiseite stellen.

Die Nudeln nach Packungsanweisung zubereiten.

Die Hähnchenbrust waschen, würfeln und in Butter anbraten. Saure Sahne, Salz, Pfeffer und Petersilie in die Pfanne geben. Den geriebenen Parmesan nach und nach unterrühren. Den Saft und die Schale der Zitrone hinzugeben und köcheln lassen.

Rosenkohl und Pasta zum Schluss in die Pfanne geben und sofort servieren.

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