DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

„Du backst heute. Oder? Hast du gesagt. Oder???“

„Ähm…“

„Aber du hast gesagt, du backst heute… oder?“

schokoladenkuchen

Okay. Der Mann wollte Süßes. (Das will er auffallend oft, seitdem es Himbeeren und Glitzer gibt.) Bereits am Wochenende hatte ich ihm das versprochen. Die Baiser à la Pinterest waren in der Hitze des Ofens jedoch zerflossen wie Eis im Sonnenschein. Nach 10 der erforderlichen 25 Minuten waren sie derart flunderflach, dass ich entschied, uns das zu ersparen – ich hätte es wissen müssen, als Sirup im Rezept auftauchte. Sirup. Natürlich.

 

Ein sehr lieber Arbeitskollege schied vor einem Monat zur allgemeinen Trauer aus. Von ihm lernte ich, dass Schokoladenkuchen richtig lecker schmecken kann. Sein Patentrezept war von der Variante „ohne unnötige Dickmacher“ und mit Eischaum. So ganz sein Rezept ist diese Variante zwar nicht, da ich Mehl verwende und er nicht. Doch da er erzählt hatte, wie schnell solche Schokoladenkuchen gehen, entschied ich mich dafür, einen Eischaum-Schokokuchen nach Gefühl auszuprobieren. (Außerdem wusste ich, dass der Mann früher am liebsten ganze Tupperboxen dieser Schoko-Schnitten leergefuttert hätte, wenn mein Kollege welchen mitbrachte.)

Sein Rezept ist es auch deshalb nicht, weil ich mit der Glasur ein wenig experimentiert habe. In Erinnerung an irgendeine Pralinen-Marke, die extrem schokoladige Marzipan-Pralinen kredenzte (wahrscheinlich Lindt), aber mit einer orangigen Note, habe ich statt der üblichen Schokoladenglasur noch Orange und Vanille hinzugefügt, um so nah wie möglich an diese Schoko-Orangen-Praline heranzukommen. Spoiler: es hat funktioniert, der Schokoladenkuchen schmeckt tatsächlich wie eine Praline.

Gute Schokoladen sind alles, was es braucht, damit das Rezept funktioniert. Sie sind die wichtigste Zutat des Schokoladenkuchens und bleiben in der Glasur auch noch leicht flüssig. Die Vollmilch-Schokolade kann durch Zartbitter ersetzt werden. (Eine dunkle Chili-Schokolade stelle ich mir auch interessant vor.) In dem Fall aber lieber mit mehr Zucker. Hauptsache: du würdest die Schokolade pur essen. Dann ist sie die richtige Wahl.

Bei den geschmolzenen Zutaten dürfen keine Klümpchen übrig bleiben, die landen sonst direkt im Kuchen oder in der Glasur. Ein Schokoklümpchen wäre nicht so schlimm, ein Butterbatzen wäre ganz schön eklig. Beim Schmelzen lassen sie sich gut mit einer Gabel verrühren. Ich habe sie lieber etwas länger schmelzen lassen, damit garantiert nichts Festes übrig bleibt, was nicht hineingehört.

Das Muster auf der Glasur war – ehrlich gesagt – ein Unfall. Die Vollmilch-Schicht war schon auf dem Schokoladenkuchen und hatte eine halbe Stunde Trockenzeit bekommen. Eigentlich wollte ich ein Streifenmuster, dann ist mir der Topf mit der Vanilleglasur aus der Hand gerutscht und die Hälfte des Kuchens war weiß. Okay. Ruhig bleiben. Die Gabel zum Verrühren war ja noch griffbereit. Also ab damit in die Glasur und die beiden Farben vermischen, so gut es geht. Das würde ich wieder tun, da sich dadurch Orange und Vanille perfekt vermischt haben. Ich habe die Vollmilch-Glasur genau 30 Minuten stehen lassen und die fertige Glasur mit der weißen Vanille-Schicht eine Nacht. Aber nicht im Kühlschrank. Ein Stündchen vor dem Servieren im Kühlschrank reicht vollkommen aus.

Wenn es schnell gehen muss, tut es für die Vanille-Glasur auch die fertige Variante aus dem Supermarkt und die Orangenzeste kann man auch kaufen. Aber nur, wenn wirklich keine Zeit ist.

Nachtrag: die Kollegen haben nach diesem Kuchen die Idee einer Kuchen-Wunschliste in den Raum gestellt und relativ einstimmig entschieden, dass sie die Food Blog-Idee gut finden. Na dann. 😉

Den Ofen auf 160°C vorheizen und eine 26er-Springform mit Butter fetten.

150 g Vollmilch-Schokolade im Wasserbad mit Butter erhitzen, bis die Zutaten zu einer feinen, klumpenfreien Masse geschmolzen sind. Mit einer Gabel letzte Klümpchen lösen.

5 Eiweiße schaumig schlagen, dann den Zucker, Backpulver, Mehl, Kakaopulver und Bourbon-Vanille unterrühren. In der Zwischenzeit die geschmolzene Schokolade abkühlen lassen und mit den trockenen Zutaten verrühren.

Den Schokoladenkuchen bei 160°C 30 Minuten backen.

Für die Glasur die Vollmilch-Schokolade mit der süßen Sahne in einem Topf auf niedriger Temperatur schmelzen lassen. Die Sahne darf nicht kochen! Die Glasur auf dem Schokoladenkuchen gleichmäßig verteilen, die Bio-Orangenzeste auf der Glasur verteilen und eine halbe Stunde antrocknen lassen. Dann die weiße Schokolade im Topf schmelzen lassen, die Bourbon-Vanille dazugeben und in Klecksen auf dem Schokoladenkuchen verteilen. Mit einer Gabel die beiden Glasuren vermischen.

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