DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

Du hast in meinen bisherigen Rezepten häufiger einmal von „dem Mann“ lesen dürfen. Wie bringe ich dir das jetzt am besten bei… er wurde mit einem Arschtritt, der sich gewaschen hat, durch die Hintertür aus meinem Leben geschmissen und es flogen mehr als nur ein faules Ei hinterher. Verdient hätte er mehr faule Eier, als ich in der Kürze der Zeit hätte kultivieren können.

Keine Sorge. Dem Beagle und mir geht’s gut. Sogar sehr gut. Da unsere schöne, aber große Wohnung für uns zwei auf Dauer doch etwas groß wurde, haben wir uns kurzerhand eine Mitbewohnerin gesucht. Die ist dieses Wochenende eingezogen und war dadurch – wie sollte es anders sein – in einem meiner schwedischen Lieblingsläden für Möbel, Deko, Teelichter und sonstigen Schnickschnack, den die Welt nicht braucht, aber trotzdem kauft.

Zugegeben, da war ich in letzter Zeit selbst ab und an. Es ist einfach ein Hochgenuss, in aller Ruhe durch die Ausstellung zu schlendern und den unglücklichen Langzeitpaaren beim Streiten zuzusehen, während man selbst einfach kauft, worauf man gerade Bock hat. Zum Beispiel den letzten Weihnachtsstern. Oder eine rosa Tischdecke. Ohne dumme Kommentare von jemandem, der von Ästhetik so viel Ahnung hat wie der durchschnittlich intellektuell begabte Homo sapiens von Quantenphysik.

Aber allein ins IKEA-Restaurant? Das ist mir dann doch zu blöd.

Wie so oft bei IKEA geht’s nicht immer nur darum, dort möglichst viel Geld liegen zu lassen… sondern auch um Inspiration. Woher der Reiz kam, Köttbullar auszuprobieren, kannst du dir sicher denken. Eigentlich nichts übermäßig Schwieriges. Trotzdem endete mein erster Versuch im Desaster und die ganze damalige WG lachte mich aus. Nach einigen weiteren peinlichen Zwischenfällen wurden die verdammten Hackbällchen dann endlich so, wie ich sie wollte. Im blau-gelben Möbelhaus sieht nicht alles Essbare wirklich appetitlich aus – die Mandeltorte konnte aber meiner Meinung nach immer von sich behaupten, vorzeigbar zu sein. So weit, so gut. Dort probieren wollte ich sie trotzdem nicht. Gut aussehender Süßkram vom Fließband kann nämlich auch ganz schön langweilig schmecken. Aber selber machen? Das könnte was werden.

Dass es bei den Zutaten anfängt und viel mit Qualität zu tun hat, brauche ich nicht mehr zu betonen, oder?

Ich habe für den Kuchenteig etwas gröber gemahlene Mandeln verwendet, weil ich das genau so haben wollte. Wenn du das nicht willst, würde ich gleich Mandelmehl empfehlen – entweder das eine oder das andere Extrem. Und für die beiden goldgelben Cremeschichten kommen nur Bio-Eier in Frage, die tatsächlich nach etwas schmecken. Doch, es macht einen Unterschied. Allein in der Farbe und später natürlich auch im Geschmack. Für die Glasur kam mir auch keine billige weiße Schokolade ins Haus, sondern das gute Zeug. Nimm das, was du als ganze Tafel auch essen/genießen würdest, denn der Geschmack wird sich nicht verändern, nur weil du die Schokolade als Glasur verwendest.

„Handwerklich“ war die Mandeltorte dann gar nicht mehr so schwer, wie sie aussieht.

Zuerst kümmerst du dich um den Kuchenteig. Ich habe zwei Schichten getrennt voneinander gebacken. Sie sollen ohnehin eher dünn ausfallen, sodass es keine gute Idee wäre, den Kuchenteig als Ganzes zu backen und dann zu halbieren. Das endet schlimmstenfalls in einem bröseligen Drama, selbst wenn du mit etwas Professionellerem als einem Messer arbeitest. Lass die Schichten abkühlen und kümmere dich währenddessen um die Creme.
Dazu schnappst du dir einen Topf und kochst darin Sahne und Zucker auf. Vorsicht, Zucker ist böse, wenn ihm Feuer unter dem Allerwertesten gemacht wird, also nichts davon auf die Haut bekommen und bestenfalls auch die Küche nicht damit einsauen. Wenn der Zucker sich gelöst hat, nimmst du den Topf kurz von der Hitze und rührst das Eigelb unter. Die Creme sollte beim Rühren langsam die Farbe der Eier annehmen, also gelb werden. Du verstehst, warum ich auf das Bio-Ei bestanden habe, oder? Solltest du das Gefühl haben, dass keine ausreichend dickflüssige Creme entsteht, stell den Topf kurz zurück auf die Hitze. Das Eigelb darf aber nicht mitgekocht werden, andernfalls ruinierst du dein Werk. Wenn du zufrieden bist, lass sie stehen und abkühlen. Zur jetzigen Jahreszeit sollte es reichen, den Topf kurz nach draußen zu stellen.

Fertig? Gut. Der Rest ist denkbar simpel. Kuchenteig, Schicht Creme, zweite Teigschicht drauf, nochmal Creme – und dann kommt die Glasur. Für meine habe ich der weißen Schokolade noch Vanille hinzugefügt, weil ich auf Vanille abfahre. Wenn du es wie bei IKEA haben willst, dann ordnest du die Mandeln jetzt noch richtig an.

Ich habe es ganz klassisch gehalten und die Mandeln so in die Schokolade eingearbeitet, dass du gleich große Stücke schneiden kannst.

Und der Geschmack? Alles eine Frage der Zutaten, wie bei allem inhaltlich Minimalistischem. Es kommt vor allem auf die Eier und auf die Mandeln an, und natürlich auf die Schokolade für die Glasur. Wenn diese drei Dinge gut sind und du idealerweise auf Mandeln stehst, dann kannst du wenig falsch machen mit einer Mandeltorte.

Title
Recipe Name
Schwedische Mandeltorte (Mandeltårta)
Published On

Die Eier trennen und das Eiweiß schaumig schlagen. Mandelmehl bzw. gemahlene Mandeln, 200 g Zucker und eine Prise Salz unterrühren.

Die Hälfte des Kuchenteigs bei 180°C 20 Minuten backen. Anschließend die zweite Hälfte des Teigs backen und die Hälften auskühlen lassen.

Sahne und 100 g Zucker in einem Topf aufkochen. Butter nach und nach in kleinen Mengen im Topf auflösen. Dann den Topf von der Hitze nehmen und mit einem Schneebesen die Eigelbe unterrühren, bis eine cremige Masse entsteht.

Auf die erste Teigschicht die Hälfte der Creme verteilen. Dann die zweite Teigschicht auflegen und die restliche Creme verteilen.

Weiße Schokolade im Wasserbad erwärmen, nach Belieben mit Vanille verfeinern und damit den Kuchen glasieren.

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