DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

„Schmeckt’s?“

„Hm…“

„Wirklich?“

„Doch. Kann man schon essen.“

„Aber?“

„Naja. Wenn du mich in letzter Zeit so verwöhnst…“

braten-whiskeysauce-pfefferDiese freche Reaktion erntete ich auf einen Hackbällchen-Auflauf, für den ich mich immerhin nach der Arbeit eine halbe Stunde in die Küche gestellt hatte. Interessanter als der doofe Auflauf ist aber an dieser Stelle, womit ich ihn in letzter Zeit so verwöhnt hatte. Da war einerseits die Safran-Weißwein-Pasta mit Rind und karamellisierter Orange letzten Sonntag… und andererseits dieser Schweinebraten mit Whiskey-Pfeffer-Sauce.

Zu Hause im Regal steht im Moment eine dreiviertelvolle Flasche Whiskey. Guter Whiskey. Ein reiner Lustkauf, wie er etwa jedes Jahr einmal passiert. Es ging dabei selbstverständlich nur um ein einziges Glas, danach war die Lust darauf bereits wieder verschwunden. Aber das hat ja auch Vorteile. So manch ein richtig gutes Rezept wählt Alkoholika zu wesentlichen Geschmacksträgern, sei es Wein, Cognac, oder eben Whiskey. Zu solchen Sößchen muss es dann auch ein richtig gutes Stück Fleisch geben. Das heißt: Braten. Denn der schenkt dir als unvergleichliche Saucenbasis seinen eigenen Bratensaft – etwas Besseres kann dir für eine Whiskey-Pfeffer-Sauce überhaupt nicht passieren!

whiskey-pfeffer-sauce-schweinebratenAus rein „handwerklicher“ Sicht empfehle ich dir, als Schweinebraten ein eher fettiges Stück zu wählen. Sofern du das magst. Die versaute Schönheit auf meinem Teller ist ein sehr fettarmes Stück, da ich Fett selbst nicht besonders mag. Da das aber auch nicht die größte Menge Bratensaft geben kann, habe ich ihn ab und zu mit Schweinefond übergossen und damit etwas nachgeholfen. Das, was am Ende dabei herauskommst, wenn du bereit für die Sauce bist, wird dich zumindest nicht unglücklich machen.

Für die Niedergarmethode, bei der dein Backofen 80°C konstant halten können muss, empfiehlt sich ein Bratenthermometer. Streng genommen wird der Schweinebraten dabei weder abgedeckt noch übergossen, sondern je nach Größe 3-4 Stunden im Ofen gelassen. Du kannst alternativ den Slow Cooker rausholen und es fast genauso machen. Wenn du den Braten gar nicht übergießt, nimm als Ersatz für den Bratensaft von vornherein Schweinefond für die Sauce. Wenn du ein fetthaltiges Stück Schwein abbekommen hast, lass das mit der Niedergarmethode ganz und erfreue ein Männerherz mit „richtigem“ Fleisch aus dem Ofen, übergossen, mit ordentlich Bratensaft! Gut für den Geschmack ist das allemal.

sonntagsbraten-whiskeysauce-pfefferDie Whiskey-Pfeffer-Sauce ist gar nicht mehr so schwierig.

Bei mir suchst du die Zwiebeln natürlich wieder vergeblich (bah 😉 ), sie gehören aber dazu. Erst recht, wenn du Zwiebeln magst.

Tipp: schmecke die Whiskey-Sauce zwischendurch immer mal wieder ab. Für etwas mehr Geschmack darf’s ruhig ein Schuss Whiskey mehr werden. Pfeffer ebenfalls. Der Alkoholgehalt verschwindet beim Kochen nicht vollständig, deshalb bleibt das Auto nach diesem Schweinebraten definitiv stehen. Geradeaus laufen wird aber noch funktionieren. Versprochen.

Die Nudelnester sind zu Schweinebraten vielleicht nicht ganz üblich. Zur Whiskey-Pfeffer-Sauce haben sie aber wirklich gut gepasst und außerdem liiiiiiiebe ich Pasta! Etwas Herzhaftes und Deftiges wie Kartoffelecken, Semmelknödel oder geröstete Paprika/Karotten/Rosenkohl würden mit dieser Sauce aber wunderbar harmonieren. Ein starkes Röstaroma wird den Whiskey lieben, das schmeckst du spätestens bei der Kruste des Schweinebratens selbst.

schweinebraten-whiskeysauceFalls dein Fleisch die Niedergarmethode kennen lernen durfte, serviere es unbedingt sofort. Es wird knappe 80°C haben, wenn es aus dem Ofen kommt. Das ist nicht heiß. Das ist warm. Warmhalten kannst du den Schweinebraten bei etwa 60°C, wenn die Gäste mal wieder zu spät losgefahren sind im Stau stehen. Die Whiskey-Pfeffer-Sauce machst du am besten kurz, bevor das Schweinchen den Ofen oder den Slow Cooker verlassen darf.

Hoffentlich hast du jetzt einen Grund, dich auf den nächsten Sonntag zu freuen. Wenn du aber willst, dass deine Bekochten unter der Woche noch ganz „normales“ Essen essen, ohne zu meckern, lass nur lieber etwas Abstand zwischen diesem Schweinebraten und der nächsten richtig guten Sauce. Denn selbst, wenn du Whiskey pur niemals anrühren würdest: das hier ist so lecker, dass du nach dem Auffuttern des Schweinebratens alles benutzt, um den letzten Tropfen Whiskey-Pfeffer-Geschmack zu retten.

Wirklich alles.

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Den Schweinebraten waschen, Thymian und Rosmarin kerbeln, den Braten mit den Kräutern einreiben und in der Butter scharf anbraten. Je nach Größe des Bratens ca. 3 Stunden im Ofen oder im Slow Cooker bei genau 80°C braten.

Die Zwiebeln hacken und in Butter oder Öl karamellisieren.

Den Bratensaft abschöpfen. Mit Sahne im Kochtopf aufkochen und die Zwiebeln dazugeben. 1 TL Tomatenmark darin auflösen. Die Sauce mit Whiskey ablöschen und schwarzen Pfeffer nach Geschmack in den Topf geben.

Die Sauce mehrere Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Wird sie zu dünnflüssig, kann sie mit 1 TL Speisestärke angedickt werden.

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