DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

Es gibt Gerichte, die sind gar nicht schwer, aber sie müssen schmecken. Gerichte wie Rührei, Hühnersuppe… oder eben Tomatensauce. Diese einfachen Rezepte bergen so viel Potenzial für kleine geschmackliche Anpassungen, dass am Ende ganz seltsame „Originale nach Oma/Mama/Tante Soundso“ auf Chefkoch und Co. davon zu finden sind. So angepasst, dass sie wahrscheinlich nur noch dem Rezept-Entwickler selbst munden. Nur echte Originale, mit denen man selbst seine perfekte Mischung entwickeln kann, sind schwer zu finden.

Ein Original ist meine selbstgemachte Tomatensauce bei weitem nicht. Ich habe aber Wert darauf gelegt, außer der Crème double nichts Unnötiges oder Untypisches zu verwenden, was sie zur guten Grundlage für kleine Veränderungen macht. Selbst die Putenbrustfilets könntest du weglassen, um es vegetarisch zu halten. Wichtig an dieser Tomatensauce waren mir „echte“ Zutaten für den Geschmack. Also Tomaten statt Tomatenmark (dieses hatte nur eine Aufgabe: die Sauce anzudicken). Frisches Basilikum. Aceto balsamico. Grober, schwarzer Pfeffer. Und heraus kam das.

tomatensauce-pasta-nudeln

Auf Crème double als weitere Zutat kam ich letztes Jahr durchs Ohrlochstechen. Ohrlochstechen? Ja, richtig – denn ich bin ein solcher Nadelstich-Angsthase, dass ich danach erstmal umkippte. Glücklicherweise, als beide Stecker sicher drin waren. Und wenn solche Dinge passieren, bin ich danach tagelang nicht besonders gut drauf und brauche Comfort Food. Dazu zählt für mich auch (gute) Tomatensuppe. Den damaligen Ist-alles-nicht-so-schlimm-Topf Tomatensuppe bereitete ich mit Parmesan und Crème double zu, was zwar unglaublich satt machte… aber dafür unglaublich cremig-lecker war! Deswegen habe ich meine Tomatensauce damit verfeinert, wenn auch nur mit der absolut nötigen Menge.

Selbstgemachte Tomatensauce wird mit jeder guten Zutat noch ein Stück besser.

Am wichtigsten sind natürlich die Tomaten selbst. Eine Tomate, die mit dir nach Hause kommen will, hat eine gesunde rote Farbe und duftet intensiv tomatig – aber aus der Rispe, die Frucht selbst hat diesen Duft fast gar nicht. Wenn du ihre Haut streichelst, darf diese nicht nachgeben. Bei Rispentomaten kannst du leicht erkennen, ob sie deiner Tomatensauce gut tun – eine knallrote Vertreterin mit nicht verdorrrter Rispe wurde nicht unreif geerntet und ist frisch, mehr kannst du für guten Geschmack nicht tun. Die unreif geernteten Tomaten sind diejenigen, die du verwöhnen kannst, wie du willst… sie sind und bleiben geschmacklose Wasserleichen. Die Rispe ist ein Verräter. Sie verdorrt schnell und es ist ihr egal, ob die Tomaten reif sind oder eben nicht. Blasse, noch nicht reife Tomate und tote Rispe heißen also: Wasserleiche.

Oh, und natürlich sind Tomaten aus deiner Region eh die beste Wahl. Sie haben keine Weltreisen hinter sich. Das tut dem Geschmack gut.

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Das Basilikum schmeckt frisch viel intensiver als getrocknet. Die tiefgekühlte Variante ist in der Intensität auch nicht schlecht für Tomatensauce, bei frischem Basilikum bleiben aber noch einige Blätter zum Garnieren übrig. Wenn du welchen übrig hast, kannst du getrockneten Oregano zusätzlich verwenden. Dieser wiederum schmeckt getrocknet viel intensiver und kommt in vielen Tomatensaucen ohnehin vor.

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Aceto balsamico, ersatzweise Rotweinessig, stellen den fruchtigen Tomatengeschmack in den Vordergrund. Ich habe eher wenig davon genommen, nur einen kleinen Schuss, da ich diese Zutat später nicht herausschmecken wollte.

Bevor ich meine Tomatensauce gekocht habe, habe ich mir natürlich eine Menge anderer Rezepte angesehen und das Beste aus allen herausgesucht. Neben den obligatorischen Zwiebeln, die ich wie üblich weggelassen habe, tauchte in vielen selbst gemachten Tomatensaucen Zucker als Zutat auf. Zucker kann beim Kochen seine Daseinsberechtigung haben. Zum Abschmecken. Zum Karamellisieren. Letzteres habe ich tatsächlich schon mit Zucker gemacht, womit auch sonst? Abschmecken mit Zucker ist mir dann aber doch zu doof. Wir essen täglich so viel davon, meistens unbemerkt, und abends vor dem Herd haben wir mal Gelegenheit, selbst zu bestimmen, was ins Essen kommt. Da hat Zucker bei mir einen sehr schweren Stand.

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Gar nicht mal lebensnotwendig war der Parmesan zum Bestreuen. Lecker war’s, aber die Tomatensauce hat auch ohne ihn zum Topf-Leerfuttern geschmeckt. Die Putenstreifen waren zum Garnieren gut, nächstes Mal könnte man sie vorher marinieren. Aber dann geht’s eben nicht mehr „mal eben so“ nach der Arbeit.

Tipp: wenn du mit Crème double kochst, nimm für zwei Leute nicht mehr als die Hälfte einer Nudelpackung. Es reicht. Doppelt und dreifach. Die cremige Variante der Tomatensauce macht mit der Pute so pappsatt, dass eher noch was übrig bleibt, wenn beide keinen Bärenhunger haben.

Und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Kochen – und vergiss den dringend nötigen Sport danach nicht. 😉

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Selbstgemachte Tomatensauce mit Basilikum & Putenstreifen
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Die Tomaten 10 Minuten in siedendem Salzwasser kochen, danach schälen. {Die Rigatoni nach Packungsanweisung zubereiten. Die Putenstreifen salzen und pfeffern, anbraten und beiseite legen.

Die geschälten Tomaten mit Crème double, Salz, Pfeffer und Basilikum nach Geschmack im Topf sanft erwärmen. Einen Schuss Aceto balsamico hinzugeben und abschmecken. Maximal 1 EL Tomatenmark zum Binden hinzufügen. Bei Bedarf (zu saurer Sauce) ein wenig Zucker in den Topf geben.

Nach Geschmack mit Putenstreifen, Parmesan und frischen Basilikumblättern garnieren.

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