DIE GESCHICHTE ZUM REZEPT

Alle paar Wochen kommt der Heißhunger darauf. Es passiert zumindest mir gehäuft im Winter. Und dann gibt es keine Diskussion mehr: ich muss das Zeug einfach haben.

Was das Zeug ist? Schokolade? Pudding? Kekse? Quatsch. Grünes Gemüse! Spinat, Wirsing, Pak Choi, mir egal. Hauptsache, da liegen grüne Blätter auf dem Teller.

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Wenn man selten mit einer Zutat kocht und sie nicht gerade pur essen will, stellt sich die Frage: was mache ich jetzt mit diesem hübschen Kohlkopf? Diese Frage führt mich allzu oft zu Pinterest, wo aber für bestimmte Zutaten auch immer nur dasselbe kommt. Dieses Mal mischte sich unter die üblichen Kohlrouladen und Diät-100-Kilo-in-5-Minuten-abnehmen-Kohlsüppchen etwas Neues: Tikel Gomen. Ein äthiopisches Gericht, vegetarisch und streng genommen sogar vegan, bestehend aus Kohl, Karotten und Kartoffeln mit nichts als Kurkuma und Kreuzkümmel zu Salz und Pfeffer. Serviert wird es mit Injera, einem weichen Fladenbrot aus (glutenfreiem) Teffmehl, das man leicht selber machen kann – zum Beispiel mit diesem Rezept für Injera. Der Eintopf wird mit dem Brot aufge“löffelt“. Wer Tikel Gomen aus spontanem Kohlhunger kurz vor dem Wochenend-Einkauf entdeckt, serviert es behelfsmäßig mit gewöhnlichem Brot oder Reis.

Ziemlich gesunde Mischung.

Für mein Tikel Gomen habe ich Jaromakohl verwendet. Das sind runde, flache Kohlköpfe, die – leider! – in Plastik eingeschweißt in fast jedem Supermarkt auftauchen. Trotz der Plastikverkleidung finde ich seinen recht neutralen Geschmack lecker. Kurz gesagt: er war das, worauf ich wirklich Heißhunger hatte. Zu Kartoffeln und Karotten brauche ich euch hoffentlich nichts mehr zu erzählen. 😉

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Um die Gewürze gut zu verteilen, habe ich 6 Esslöffel Maiskeimöl in einer Tasse mit ihnen verrührt. Die Kartoffeln habe ich zuerst in den Topf geworfen und sie leicht angebraten, mit dem ersten Esslöffel der Gewürze. Dann kamen die Karotten mit dem zweiten Esslöffel. Den ganz schön gewaltigen Kohl-Berg habe ich nach und nach dazugegeben und pro Schicht einen Esslöffel der Gewürze in Öl darüber verteilt. Dann brauchst du nur noch eine Weile zu rühren und wirst sehen, wie der Eintopf gelb wird.

tikel-gomen-äthiopisches-rezeptApropos Gewürze.

Da ich scharfes Essen liebe, habe ich wahrscheinlich mehr als 2 Esslöffel Kreuzkümmel verwendet. Wenn du beim Abschmecken feststellst, dass das Ganze zu fad wirkt, probiere es nach und nach mit etwas mehr Kreuzkümmel. Zum Nachwürzen brauchst du die Öl-Mischung nicht unbedingt von vorn anzurühren. Kurkuma gibt keinen so starken Geschmack wie Kreuzkümmel, dafür aber Farbe. Wenn dein Tikel Gomen nicht nach einigen Minuten currygelb wird, dann probier’s mit mehr Kurkuma. Dieser steckt übrigens auch im Currypulver und gibt ihm die Farbe.

Zuerst hatte ich schon befürchtet, Tikel Gomen könnte etwas… geschmacksarm sein. Aber das täuscht! Es stellte sich als ganz schöne Geschmacksexplosion heraus, womit ich nun mal gar nicht gerechnet hatte. Schon beim ersten Abschmecken, und da stimmten die Gewürze noch längst nicht. Das intensivierte sich, je länger das Gemüse Bekanntschaft mit dem Kochtopf schloss. Am Ende war es so geschmacksintensiv, dass wir uns am liebsten reingelegt hätten.

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Was mich ganz nebenbei bemerkt an Tikel Gomen beeindruckte, war, dass dieses Gericht so ziemlich jedem Anspruch an die Ernährung gerecht werden dürfte. Davon abgesehen, dass es äthiopisch und allein dadurch nichts ganz Alltägliches ist. Gluten suchst du hier vergeblich, wenn du das Rezept mit Injera aus Teffmehl anbietest. Okay, den Reis sollten wir an dieser Stelle mal aus den Fotos herausretuschieren, aber glutenfrei musste es für uns zumindest nicht werden. Dafür ist Tikel Gomen glutenfrei oder nicht vegetarisch und sogar vegan. Es kann, muss aber nicht mit Fleisch serviert werden. Dieser Eintopf ist endlich mal wieder ein vegetarisches Gericht, bei dem das Fleisch überhaupt nicht fehlt.

Es gibt nur ein Problem an Tikel Gomen.

Den Nachschlag. Ich esse normalerweise keine riesigen Portionen, aber hiervon habe ich locker drei Teller genommen. Der Jaromakohl wirkte anfangs wie sehr viel Gemüse, aber über spätere Resteverwertung brauchst du dir beim Nachkochen keine Gedanken zu machen. Es wird ganz einfach nicht notwendig sein.

Summary
Recipe Name
Tikel Gomen: äthiopischer Kohl-Kartoffel-Eintopf (vegan)
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Kartoffeln, Kohl und Karotten vorkochen.

Das Gemüse hacken bzw. würfeln und in einem großen Topf erhitzen.

In einer Tasse Öl mit den Gewürzen verrühren und über dem Gemüse verteilen, bis der Eintopf die Farbe des Kurkumas annimmt.

Mit Injera oder Reis servieren.

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